St. cornelius Alsdorf-hoengen   10. - 24. 09. 2022

 

Zyklus Domseelen – Raum für Intention und Zufall

Mit mittel- bis großformatigen Arbeiten in Öl auf Holz bzw. Leinwand bewege ich mich im Raum zwischen den klassischen Prinzipien von Intention und Zufall. Ich folge dem Pfad surrealistischer Methodik, reale Motivquellen (hier im Dom zu Aachen) zu suchen und traumhaft bzw. surreal zu interpretieren, ohne den realen Bezug zur Quelle ganz zu verlieren. Für den Betrachter, der dieser Spurensuche folgen möchte, öffnet sich Raum, Zufälliges zu entdecken und sich den Geheimnissen im fließenden Wesen der Motive zu nähern. Die Arbeiten werden in Form von handsignierten Pigmentdrucken (Giclée-Druck[1]) auf hochwertigem Barytpapier veröffentlicht. Die Auflage ist auf 20 limitiert. Der Zyklus von 24 Bildern entstand zwischen September 2016 und Dezember 2018. Das dazugehörige Begleitbuch „Domseelen – Sinnspuren im Aachener Dom“ erschien Anfang 2019, in dem ich den Bildern persönliche Analogien mit Texten vornehmlich aus der Bibel gegenüberstelle.

 

Zum „fließenden Wesen“ der Bilder

Das Fließende, das dem Werk und Wesen des Steins entspringt, ist bei mir eine Matrix, in die ich die Figuration hineinmische. Diese Matrix unterstütze ich durch einen dafür entwickelten, besonders strichhaften Malstil. Sie steckt voller Zufallsstrukturen, die unbeständig und unscharf sein sollen und fern von jeder Eindeutigkeit. Etwas kann sich darin von einem Moment auf den anderen verwandeln, automatische Metamorphosen quasi. Wohnt aber nicht dem Stein seine metamorphe Entwicklung als Ursinn, ja Bestimmung, inne, und ist seine augenblickliche Starre nicht eine Illusion? Kann Stein ein Bewusstsein haben, dem wir in dem Fließenden nachspüren?

 

Das „mystische Wesen“ der Bilder

Für christlich-mythologische und biblische Themen ebenso wie für die Auffassung der großen Mystiker (Laotse, Meister Eckert) verspüre ich eine gewisse Faszination. Wie die meisten Menschen suche ich immer wieder neu nach der Begegnung mit Gott, aber auf dem Boden und mit den Augen meiner Kultur und Erziehung. Die Analogien, die ich vor etwa 6 Jahren zum ersten Mal im Aachener Dom bewusst und nachhaltig empfunden habe, kommen also nicht von ungefähr. Sie entspringen auf für mich geheimnisvolle Weise dem Wesen der Steine, des Ortes und meinem Selbst. Mir ist wichtig, dass die Analogien nicht als Abbildnisse irgendeiner Vorstellung des Himmels oder Göttlichen verstanden werden. Auch sollen sie keine verbindliche Wahrheit und für niemanden ein religiöses Dogma sein. Bestenfalls sind sie meine Utopien und Anregung zur inneren Schau, wie es jedem selbst gefällt. 

Das mystische Wesen der Bilder liegt vielleicht auch in der Frage begründet, warum ausgerechnet an einem Ort wie dem Dom zu Aachen diese Analogien zu finden sind, und zwar so gehäuft. An einer Intention der Erbauer muss gezweifelt werden, denn dazu wird nichts berichtet.

Roger Nyssen, im September 2022

Einige der im Folgenden abgebildeten Arbeiten sind nicht Teil der Ausstellung in St. Cornelius.



[1] Giclée steht allgemein für hochaufgelöste, großformatige Ausdrucke auf Tintenstrahl-Druckern mit pigmentbasierten Tinten. Bei diesen Drucken werden üblicherweise sechs bis zwölfverschiedene Farbtinten verwendet. Die signierten Drucke sind Originalgrafiken ähnlich der Lithographie.


2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT1 - 
Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper

1 Kor 15, 35-49       Der neue Leib bei der Auferstehung

Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.  Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einem lebendigen Wesen« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.



2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT2 - Tod, wo ist dein Stachel?

1 Kor 15, 50-58                        Der Sieg über den Tod

Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.



2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie auf die Dummheit - Das Baakauf

Das Baakauf, dieser Unhold, lauert nachts volltrunkenen Ehemännern und jungen Nachtschwärmern auf, wirft sich über sie her und lässt sich tragen, damit die Opfer es schwer haben, heimzugehen. Flehen und beten sie, so macht sich das Baakauf schwerer. Fluchen oder schimpfen sie, dann wird die Last leichter. Daran kann man sehen, dass es ein Teufelsvieh ist, dem das Fluchen angenehm, das Beten aber widerwärtig ist. Führt der Weg an einer offenstehenden Kirche oder bei einem Kreuz vorbei, macht es sich aus dem Staube. Frauen, Mädchen und Kinder aber belästigt das Baakauf nie, und es hat keine Gewalt über Leben und Tod. [1] 

Gen 4, 6-7:                               Kain und Abel

Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

[1] nachzulesen in: Dr. Joseph Müller, Aachens Sagen und Legenden, Verlag J. A. Meyer, 1858

Das „Baakauf“ entspringt der alten Aachener Sage vom Bach-Ungeheuer, das am Büchel hauste und den betrunkenen Männern auf dem Heimweg Angst machte. Wahrscheinlich eine Erfindung der Frauen, um den Männern vorzuführen, wie dumm sie sind. Es ist bemerkenswert, dass einem ausgerechnet im Dom diese Geschichte aus der Materie so deutlich ins Auge springt.



2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie auf die Dichtkunst - Euphrat

Lied und Gebilde 

Mag der Grieche seinen Thon
Zu Gestalten drücken,
An der eignen Hände Sohn
Steigern sein Entzücken;
 
Aber uns ist wonnereich
In den Euphrat greifen,
Und im flüssgen Element
Hin und wieder schweifen.
 
Löscht ich so der Seele Brand
Lied es wird erschallen;
Schöpft des Dichters reine Hand
Wasser wird sich ballen. [1]

 [1] Johann Wolfgang von Goethe – West-östlicher Divan



2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT3 - Buße und Umkehr

Jona 2, 1-11:                        Ein Gebet in höchster Not

Der Herr aber ließ einen großen Fisch kommen, der verschlang Jona. Drei Tage und drei Nächte lang war Jona im Bauch des Fisches. Dort betete er zum Herrn, seinem Gott: »In meiner Not rief ich zu dir, Herr, und du hast mir geantwortet. Aus der Tiefe der Totenwelt schrie ich zu dir und du hast meinen Hilfeschrei vernommen. Du hattest mich mitten ins Meer geworfen, die Fluten umgaben mich; alle deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen. Ich dachte schon, du hättest mich aus deiner Nähe verstoßen, deinen heiligen Tempel würde ich nie mehr sehen.

 

Das Wasser ging mir bis an die Kehle. Ich versank im abgrundtiefen Meer, Schlingpflanzen wanden sich mir um den Kopf. Ich sank hinunter bis zu den Fundamenten der Berge und hinter mir schlossen sich die Riegel der Totenwelt. Aber du, Herr, mein Gott, hast mich lebendig aus der Grube gezogen. Als mir die Sinne schwanden, dachte ich an dich und mein Gebet drang zu dir in deinen heiligen Tempel. Wer sich auf nichtige Götzen verlässt, bricht dir die Treue. Ich aber will dir danken und dir die Opfer darbringen, die ich dir versprochen habe; denn du, Herr, bist mein Retter.« Da befahl der Herr dem Fisch, ans Ufer zu schwimmen und Jona wieder auszuspucken.



2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2016, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT4 - Das kommende Gottesreich

 

Daniel 7, 9-14:                      Vision vom Gottesreich

Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten, und die Bücher aufgetan. Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde. Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte. Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn [1] und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.


[1] Im anthroposophischen Sinne ist Christus nicht ausdrücklich männlich oder weiblich 



2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT5 - Robot

 

 Apokalyptische Vision

 

 

Und ein Wesen von künstlichem Geist erschien in der Welt, das sich anstellte Mensch zu sein. Doch war es eine Chimäre, die einem gottlosen Robot glich, mit einer menschlichen Gestalt, einem tierischen Kopf und dem unbeholfenen Gang einer Maschine. Ihm bedeutete die Welt nichts, denn es fraß die Schöpfung auf, verdaute sie und schied das Chaos aus.[1], [2]



[1] Die kontroverse Debatte über den Nutzen und die Gefahr ausgehend von künstlicher Intelligenz, die sich aufgrund ihrer überragend schnellen Entwicklungsgeschwindigkeit über den Menschen erheben kann, gehört in unsere Zeit. Selbst der berühmte Physiker Stephen Hawking beteiligte sich daran. Im Dezember 2014 sagte er in einem Interview mit der BBC: "Die Entwicklung vollständig künstlicher Intelligenz könnte das Ende der menschlichen Rasse heraufbeschwören. Sie würde sich verselbständigen und sich selbst mit immer größerer Geschwindigkeit weiterentwickeln… Menschen, die durch die
langsame, biologische Evolution eingeschränkt sind, könnten nicht mithalten und würden bald verdrängt werden". 

[2] Die Allegorie kann entfernt auch mit Off 13, 11-18 in Verbindung gebracht werden.

 



2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie auf das Weibliche - Mutterschößigkeit

Dieses und das folgende Bild gehören zusammen, sowohl was ihre Plazierung nebeneinander im Dom anbelangt als auch im metaphorischen Sinne dieser Allegorien.

Das Weibliche und das Männliche in unserer archaischen Natur haben wir von Gott und sie weisen auf ihn hin:

Das Weibliche, die „Mutterschößigkeit“, deutet auf die Barmherzigkeit Gottes, wie auch die jungfräuliche Empfängnis Mariens ein Akt des Erbarmens Gottes mit den Menschen ist.

Das Männliche, das befruchtende Wesen, das Ergreifen- und Begreifen- wollende, steht für die Gerechtigkeit und die schützende Macht Gottes, aber auch seinen Zorn.

Das Männliche und das Weibliche stellen zwei Seiten der Menschheitsentwicklung dar. Sie erinnern uns daran, dass wir uns von Gott kein Bild machen können, denn er ist nicht Mensch, weder Mann noch Frau[1]. So war der unsterbliche Mensch vor der Zeit weder Mann noch Frau und so wird der in Christus auferstandene Mensch auch wieder sein[2].


[1] Hosea 11, 9: Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, heilig in deiner Mitte. Darum komme ich nicht im Zorn.

[2] Mat 22, 29-30: Ihr denkt ganz falsch«, antwortete Jesus. »Ihr kennt weder die Heiligen Schriften noch wisst ihr, was Gott in seiner Macht tun kann. Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden leben wie die Engel im Himmel.



2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie auf die Männlichkeit - Das befruchtende Wesen

  Siehe Mutterschößigkeit



2017, 50 cm * 100 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 50 cm * 100 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT6 - Das Heilige und das Profane 

Das Profane oder Unreine[1] kann in Gegenwart des Heiligen[2] nicht bestehen, sie widersprechen sich und streben auseinander. Wir Menschen erkennen diesen Widerspruch und können ihn doch nicht endgültig für uns lösen. Wir hängen an beiden wie unschuldige Säuglinge an ihren Brüsten.

Ebenso steht es mit Sein und Schein:

 Sein und Schein
können sich nimmer einen.
Nur Sein
besteht für sich allein.

 Wer sein will
darf nicht scheinen,
Wer scheint
wird niemals sein.[3]

____________

[1] Der Hund

[2] Der Löwe

[3] Aus meiner Erinnerung




2017, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.
2017, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT7 - Sedes Sapentiae
Die Haltung einer sitzenden Gestalt vor hellem Hintergrund ist Ausgangspunkt der Deutung der Allegorie. Die Gestalt erinnert unwillkürlich an den Schattenriss einer Frau auf einem unsichtbaren Thron mit Kind auf dem Schoß, eingehüllt in einen Kapuzenmantel – Sedes Sapentiae[1]. Diese Leitidee ist durch die pyramidale Komposition für sich bereits so absolut vorgegeben, dass sich alle weiteren Motivgedanken darauf stützen und damit kompatibel sein müssen. Unwillkürlich sehen wir in der Frau die Mutter Gottes, denn wir befinden uns ja im Dom zu Aachen und in Nähe zum Gnadenbild. Weitere Analogien erschließen sich nun überraschend deutlich aus den Verlaufsrichtungen und Farbkontrasten der Marmorvenaturen im Inneren der Figur, die zusammen auf die zukünftige Erlösung zeigen, in deren Mittelpunkt Maria, die mütterliche Mittlerin in Christus, Christus der Erlöser, Satan und wir ambivalenten Menschen stehen.


[1] Sitz der Weisheit – Darstellungsform der Mutter Gottes, auf einem Thron sitzend, in der Romanik

 



2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT8 - Gabriel

Engel verkörpern Weisheit und Güte, sie werden als Gottesboten betrachtet, sie erscheinen und bringen Botschaft aus einer anderen Welt.

Aus Dan 10, 5:       Die letzte Offenbarung und die Versiegelung des Buches

…und hob meine Augen auf und sah, und siehe, da stand ein Mann, der hatte leinene Kleider an und einen goldenen Gürtel um seine Lenden.

Luk 1, 11-13:         Die Ankündigung der Geburt Johannes’ des Täufers

Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er und es befiel ihn Furcht. Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben.

Luk 1, 26-31:         Die Ankündigung der Geburt Jesu

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.



2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2017, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT9 - Gottes Sorge um die Schöpfung

Engel – Cherubim – tragen Gottes Sorge um die Schöpfung

Der Cherub mit Adlergesicht und fraulicher Gestalt, in Begleitung von Raben[1] und Tauben, bewacht den Himmel. Der Cherub mit Stiergesicht bewacht die Erde. Ein Dritter hält das Leben in seiner Hand. Und durch alles strömt der Heilige Geist.

Und Christus drückt es so aus

Mt 6, 26:

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Ebenso im Lukasevangelium

Lk 12, 24:

Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!


[1] Vgl. Psalm 147, 9: … der dem Vieh Futter gab, den jungen Raben, die zu ihm rufen.



2018, 160 cm * 70 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 930,- € inkl. MwSt.
2018, 160 cm * 70 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 930,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT10 - Hoffnung für alle

Paulus, 1. Kor 15                 Christus ist auferstanden[1]

 

Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen. Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.

Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt. Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.

Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

 


[1] Das Jesus nach seiner Auferstehung vielen Menschen erschienen ist, ist im neuen Testament an verschiedenen Stellen belegt. Da Christus nach seiner Himmelfahrt nicht wieder erscheinen wird bis zu seiner endgültigen Wiederkunft, stellen diese Begebenheiten zusammen die „erste Erscheinung“ dar, die „zweite“ erwarten wir am Jüngsten Tag.



2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.
2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT11 - Vertreibung aus dem Paradies

Bricht da nicht mit grimmigen Augen wie eine Flutwelle eine Herde Elefanten aus der Fläche in der unteren Hälfte hervor? Und wirbelt darüber nicht ein ungeheurer Sturm? Also denke ich bei dieser Allegorie unwillkürlich an Sintflut, und, nehme ich noch die menschlichen Figuren am unteren Rand hinzu, an Vertreibung.

Beide Katastrophen, zusammen gehörig oder nicht, bilden ein fürchterliches Gemenge und richten sich gegen die Menschen. Getrieben von den 4 Cherubim mit Adlergesicht, Löwengesicht, Kalbgesicht und Menschengesicht, wie sie bei Ezechiel und in der Offenbarung beschrieben sind[1], stürzt ein gläsernes Meer[2] über die Menschen. Die Elefanten zeichnen die ungeheure Wucht der Welle, über ihr drohen weitere Engel in Tiergestalt und in den Lüften begleiten die Raben wieder den Adler-Cherub. Die Welle wird die Menschen, soviel sie sich auch dagegen wehren mögen, hinwegfegen und mit ihnen stürzt, vom Kalb gestoßen, Satan[3] in den Untergang. Er schaut uns als gefallener Cherub, der mit dem Menschgesicht, aus der Tiefe des Meeres an.

Und doch liegt in dieser Katastrophe Hoffnung. Der Heilige Geist im Hintergrund, als die weiche, weiße Gestalt, die unter dem Cherub mit Adlergesicht quer über das Bild strömt, und Vögel und Tiere auf der Schaumkrone, die ihm erwartungsvoll entgegensehen. 


[1] Vgl. Ez 1, 4-11, Off 4, 7-8

[2] Off 4, 6-8:  Und vor dem Stuhl war ein gläsernes Meer gleich dem Kristall, und mitten am Stuhl und um den Stuhl vier Tiere, voll Augen vorn und hinten.  Und das erste Tier war gleich einem Löwen, und das andere Tier war gleich einem Kalbe, das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und das vierte Tier war gleich einem fliegenden Adler.

[3] Vgl. Ez 28, 14-19, dort wird der Cherub, der verstoßen wurde, Satan, beschrieben.



2018, 100 cm * 66 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 660,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 66 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 660,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT12 - Lamm Gottes

Diese Allegorie erzählt von Jesus am Kreuz und Maria unter dem Kreuz, der Mater Dolorosa. Die dem Motiv zugrundeliegende Marmortafel befindet sich versteckt in einer oberen Ecke im rechten Teil des Umgangs des Oktogons, und überrascht erst auf den zweiten Blick ob der frappierenden Deutlichkeit der enthaltenen Analogien. Denn weitere mystische Symbole, Lamm, Hirsch und Schlange, die mit der Prophezeiung des Kreuzigungstodes im Alten Testament einhergehen, entfalteten sich mir erst beim Malen.

-          Christus trägt das Lamm über seiner Schulter und er schaut auf das Lamm zu seinen Füßen[1]

-          Das Lendentuch, das sich zum Elen oder Hirsch entfaltet und auf die Rettung hindeutet: „Der Lahme wird springen wie ein Hirsch.“[2]

-          Am Fuß des Kreuzes steht aufrecht oder ist befestigt eine kobra-ähnliche Schlange; sie ist mythologisch ambivalent besetzt, einerseits als Symbol der Rettung und des Lebens[3], andererseits als die, die durch Christus besiegt wird[4]. Das Geheimnis der Schlange wird uns noch einmal etwas weiter im Buch begegnen.


[1] Vgl. Jes 53,7 ; Joh 1,29, siehe Anhang
[2] Vgl. Jes 35,6 ; Joh 3,16, siehe Anhang
[3] Vgl. 4. Mose 21, 6-9 ; Joh 3,14-15, siehe Anhang
[4] Vgl. 1. Mose 3,15, siehe Anhang



2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT13 - Maria aus Magdala

Luk 8, 1-3                        Frauen in der Nachfolge Jesu

 

Und es begab sich danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, dazu etliche Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.



2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT14 - Laster und Tugenden

Im oberen Bildteil das personifizierte Böse, die Hure Babylon, umringt von den Hauptlastern[1] in Tiergestalt. Gegen diese „bösen Geister unter dem Himmel“   kämpfen die Tugendhaften, die die geistliche Waffenrüstung Gottes ergriffen haben (Wahrheit, Gerechtigkeit, Glauben, Frieden)[2].

 

Die 7 Hauptsünden: Hochmut-Stolz, Habgier, Wollust-Begehren, Zorn-Wut-Rachsucht, Maßlosigkeit, Missgunst, Faulheit-Trägheit des Herzens

 Die 7 Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

 


[1] Vgl. Kol 3, 1-10, Der alte und der neue Mensch

[2] Vgl. Eph 10, 6-17, Die geistliche Waffenrüstung

 



2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 60 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 630,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT15 - Der Tod spielt Kontrabass

Die größte Ungewissheit befällt uns bei dem Gedanken an den Tod. Wir wissen i.A. nicht, wann er uns ereilt und was danach kommt. An ein Danach dürfen wir allenfalls glauben. Doch stelle ich mir vor, dass der Tod nur ein Mitspieler in einem unendlich großen, universalen Orchester ist, dem die Rolle des Basses, die tiefsten Töne zufallen. Seine Wellen durchdringen das Universum schon von Anbeginn und bringen es zum Schwingen, seine Musik ist Teil des Wortes, das Leben heißt.

 

Joh 1, 1-4                                          Das Wort

 

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

 



2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.
2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT16 - Das Geheimnis der Schlange

In unmittelbarer Nähe des Altares, über den Umgang des Oktogons von links kommend zu sehen, befindet sich diese wunderbare Erscheinung. Sie schenkt uns eine vollkommen neue Sicht auf Maria mit dem Kind, die keinem der vielen Bildnisse der Gottesmutter nahekommen, die wir aus der langen Kirchengeschichte kennen. Und doch sind alle Marien-Attribute in dem Motiv offenbar, sodass wir nicht zweifeln an seiner Authentizität. Das neue Narrativ entspringt der oberen Bildhälfte. Maria, in stolzer aufrechter Haltung, wendet sich dem kleinen Kinde zu, das sie mit Leichtigkeit auf Augenhöhe hebt. Sie trägt das Kreuz als ihre Krone. Mutter und Kind sind uns nicht zugewandt, sondern entrückt. Sie schauen sich in tiefer Verständigung an, und wir ahnen vielleicht, worin diese besteht. Hat es mit der Schlange zu tun, dem Tier mit den zwei widersprüchlichen allegorischen Eigenschaften? Klugheit oder doch Versuchung, Werkzeug des Satans?  Der Kopf der Schlange schwebt über Jesus und ihr Ende fällt hinein in das Haupt der Frau.

Das Bild der Schlange enthält eine Botschaft, die Papst Franziskus in seiner Predigt in der Frühmesse am 15. März 2016 erläuterte und die ich hier aus der Veröffentlichung im L'Osservatore Romano[1] in Auszügen zitieren will.

„Wenn wir die »Geschichte unserer Erlösung« verstehen wollen, müssen wir auf das Kreuz blicken.

 »Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, gerettet wird (Joh 3, 14).« Die Schlange »ist Symbol für die Sünde: die Schlange, die tötet. Aber eine Schlange rettet. Und das ist das Geheimnis Christi«.

Auch der heilige Paulus »spricht über dieses Geheimnis und sagt, dass Jesus sich selbst entäußert hat, sich erniedrigt hat, um uns zu retten«. Und der Apostel gebrauche eine noch eindrücklichere Formulierung: »Er ist für uns zur Sünde geworden.« Wenn man das biblische Symbol verwenden wolle, könne man sagen: »Er ist zur Schlange geworden.« Das sei »die prophetische Botschaft der Lesungen vom Tage«, unterstrich der Papst: »Der Menschensohn, der wie eine Schlange – zur Sünde geworden – erhöht wird, um uns zu retten.«“


[1] aus: L'Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 12/13, 25. März 2016 zitiert in Libreria Editrice Vaticana, Franziskus Tagesmeditationen 2016 / de



2018, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT17 - Unser Fußabdruck auf Erden

Dieses und das folgende Bild gehören wiederum zusammen, und ich verbinde beide mit der Frage nach Tod und Auferstehung. Im ersten geht es um die allegorische Sicht nach unserer tatsächlichen Erfahrung, im zweiten um die Sicht nach biblischer Überlieferung.


Tatsache ist, wir können mit den Toten nicht kommunizieren. Sie sind körperlich und geistig endgültig aus unserem täglichen Leben, Tun und Denken ausgeschlossen. Was von ihnen bleibt sind biologisch die Spuren ihrer Gene, die Zeugnisse ihres Wirkens und die Erinnerung und die Liebe in unseren Herzen. Wie ein Fußabdruck vielleicht, der versteinert und auf diese Weise ein sichtbares Zeichen ist, vergleichbar mit dem letzten Fußabdruck Christi in der Himmelfahrtskapelle in Jerusalem.[1]



[1] Der Fußabdruck in der Marmortafel im Dom ist noch deutlicher als in meinem Bild. Es ist der rechte Fuß und ausgeprägter noch als der Abdruck in der Himmelfahrtskapelle in Jerusalem.



2018, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.
2018, 100 cm * 50 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 570,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT18 - Entrückung der Toten

Aus der Apostelgeschichte[1] ist uns überliefert, das Christus auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist. Was erwartet uns? 

 

Thess 4, 13-18                Von der Auferstehung der Toten

 

Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen über die, die da schlafen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zum Kommen des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.


[1] Siehe Apg 1, 1-14



2018, 120 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 830,- € inkl. MwSt.
2018, 120 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 830,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT19 -
Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in dir [1]

Die Sehnsucht nach dem inneren Licht

 

Diese mystische Komposition wird von den beiden Menschen in der Mitte beherrscht, deren Blicke auf einen imaginären Lichtpunkt im Raum weisen und zu dem sie sich in übernatürlicher Streckung hingezogen fühlen. Oder scheint der Raum die beiden in sich aufzusaugen? Subjekt oder Objekt einer tiefen Verbundenheit, einer alles überstrahlenden Sehnsucht.

 

In den Raum habe ich die Adventsgeschichte angedeutet, denn Christus steht für die Liebe Gottes, die uns als großes Licht aufstrahlt und für die Liebe in unserm innersten Selbst, um im Bilde Augustinus‘ zu bleiben. 



[1] Aurelius Augustinus, Confessiones



2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.
2018, 160 cm * 80 cm Giclée (Pigmentdruck) auf Barytpapier, auf AluDibond aufgezogen, lim. Auflage 20, nummeriert und signiert 1020,- € inkl. MwSt.

Allegorie oT20 - Das Lamm besiegt den Drachen

Off 12, 7-17

Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und er siegte nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahingeworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder und Schwestern ist gestürzt, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod. Darum freut euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh aber der Erde und dem Meer! Denn der Teufel kam zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat. Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Und es wurden der Frau gegeben die zwei Flügel des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange. Und die Schlange stieß aus ihrem Rachen Wasser aus wie einen Strom hinter der Frau her, damit er sie fortreiße. Aber die Erde half der Frau und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache ausstieß aus seinem Rachen. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu.